Personifizierte Erlösung

Wahrzeichen Rio de Janeiro Christusstatue

Mit gesenktem Haupt richtet der Cristo Redentor seinen Blick auf die Menschen von Rio de Janeiro – als Geste der Erlösung. Positioniert auf dem 700 Meter hohen Berg Corcovado ist das Monument zum Orientierungspunkt der Stadt.

Ursprünglich sollte das 100-jährige Jubiläum von Brasiliens Unabhängigkeit als Einweihungsdatum herhalten. Das haute aber aus Kostengründen nicht hin – stattdessen wurde das Monument mit zehn Jahren Verspätung 1931 fertig.

Symbolik der Christusstatue

Bei den ersten Entwürfe des brasilianischen Bauingenieurs Heitor da Silva Costa hielt die Christusfigur Kreuz und Weltkugel in den Händen. Weil der Globus aus der Ferne aus auch als Fußball gedeutet werden könnte, entschied man sich gegen diese Variante. Die WM kam 2014 trotzdem.

Der realisierte Entwurf im Art-déco-Stil hat auch symbolisch mehr Schlagkraft: Mit den 28 Meter auskragenden Armen wird der Cristo zum personifizierten Kreuz. Die Idee leitete Silva Costa ganz simpel von Strommasten ab.

Konstruktion und Details

In der Höhe misst die Christusstatue 30 Meter – außerdem ist sie auf einen acht Meter hohen Sockel angehoben. Allein Cristos Arme sind jeweils drei Meter lang.

Christusstatue Rio Besuch

Konstruktiv handelt es sich um ein Fachwerkgerüst aus Stahlbeton. Zu Reperatur- und Restaurierungszwecken wird der Kopf über eine Treppe erschlossen, womit das Wartungspersonal den sogenannten „Inspektionsgang“ auf dem Querbalken bis zu den Händen erreicht. Auf dem Kopf und der rechten Schulter befindet sich eine Luke, durch die auch die Außenseite begangen werden kann. Gerüchte besagen, dass sich im Kopf des Christus ein Restaurant befindet – tatsächlich ist das Innenleben bis auf eine Kapelle im Sockel aber nicht für Touristen erkundbar.

Die „Fassade“ besteht aus einem Speckstein, der in Form von Mosaik-Dreiecken zuerst auf Stoff geklebt und dann an die Skulptur angebracht wurde. Daran arbeiteten hunderte Frauen von Rio über mehrere Jahre.

Aufwendig. Aber effizient. Denn das Material lässt sich leicht restaurieren und ist wetterfest. Trotzdem verlor der Cristo 2014 einen Teil seiner Kuppe am rechten Mittelfinger durch einen Blitzeinschlag. Die Kuppe wurde kurz darauf repariert – und für das nächste Unwetter ein neuer Blitzableiter angebracht.

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